Hofbauernkapelle in Neuhofen/ Ybbs[1]


 Besitzer: Fam. Schmid am Hofbauerngut
Standort: Neuhofen 14, 3364 Neuhofen an der Ybbs
Inschrift: "Gott zum Gruss K. u. J. Pampl."
Kurzbeschreibung: Breitpfeiler mit Doppelkreuz, hinter schmiedeeisernem Gitter Sonntagberger Gnadenstuhl (geschnitzt vom Künstler Urschitz aus Freistadt, OÖ, nach dem Vorbild eines alten Holzreliefs im Hofbauerngut), an den Seitenwänden Hinterglasbilder (gemalt von Rosa Dorninger, Neuhofen), die rechts die Sonntagberger Dreifaltigkeit und links den hl. Christophorus darstellen.
Josef Gruber (Neuhofen 31) erzählt, dass in seinem Haus im Lauf von zwei Jahrhunderten sechs Totengräber ihren Dienst versahen (1617 bis 1813). Gegenüber seinem Haus soll auf der Wiese, die Herrn Hochholzer gehört, ein Pestfriedhof gewesen sein. Zu dieser Zeit soll auch an der Weggabelung der Straße von Neuhofen nach Hiesbach und St.Veit diese Dreifaltigkeitskapelle erbaut worden sein. (Die Dreifaltigkeit ist typisch Pestkapellen und Pestsäulen.) Die Pest wütete in Neuhofen in den Jahren 1615, 1679 und 1713. Ursprünglich hing in der Kapelle ein bemaltes Blechbild, das die Dreifaltigkeit von Karnabrunn und einige Engel zeigt. Auf dem Bild ist zu lesen: „Gott zum Gruss K. u. J. (Karl und Johanna)Pampl.“ Um 1980 wurde durch den Aufprall eines Autos das gemauerte Bildstöckl beschädigt. Die damalige Besitzerin Zita Schmid ließ den Breitpfeiler auf erhaltener Grundfestung originalgetreu aufmauern. Das alte Eisentürl konnte wieder verwendet werden. Die heutige Holzplastik, die die Sonntagberger Dreifaltigkeit darstellt, wurde von Zita Schmid in Auftrag gegeben. Die Statue wurde 2001 renoviert.

Flankiert wird die alte Kapelle von zwei Birken und einer Bank.

Hauszeichen/ Zunftzeichen der Fam. Gürtler in Neuhofen[2]


 Besitzer: Fam. Gürtler, Markt 29, 3364 Neuhofen an der Ybbs
Standort: an der Südseite des Gasthauses
Inschrift: "H W" (flankieren das Bäckerhauszunftzeichen); links unten MDCCXII"; rechts unten "renoviert 1928"
Kurzbeschreibung: Religiöses Hauszeichen an der Südseite des Gasthauses aus dem Jahre 1712. Es stellt in der oberen Hälfte links den hl. Sebastian, in der Mitte die hl. Dreifaltigkeit und rechts den hl. Florian dar. In der unteren Hälfte halten zwei Löwen das Zunftzeichen der Bäcker mit Brezel, Kipferl, Weckerl, Semmeln und Brot.
Das alte Zunftzeichen erinnert daran, dass in dieser Gaststätte neben einen Fleischhauer von 1436 bis 1901 auch Bäcker ihr Gewerbe betrieben. (Buch "Ostarrichi- Neuhofen in Regione Ostarrichi" von Gerhard Smekal)

Türkenmarterl in Fachwinkel in Neuhofen[3]


Besitzer: Fam. Gschöpf
Standort: Fachwinkel 10, 3364 Neuhofen an der Ybbs
Inschrift:"Hier wurden am 18.7. 1683 von den Türken mit Pfeilen totgeschossen...e...edet..."
Es handelt sich um Bauersleute aus Abschleifing: Katharina Grädt (Danzer) und Michael Gugler (Langreiter)

Kurzbeschreibung: Eichenholzmarterl aus dem Jahr 1683. Hinter einer Glasscheibe ein vergilbtes Bild, das die in der nur teilweise leserlichen Inschrift erwähnte Greueltat dartstellt.
Bei diesem Marterl handelt es sich um das wohl älteste Kleindenkmal Neuhofens. Das Jahrhunderte alte Marterl stand ursprünglich ein Stückchen weiter nördlich an der Straße und wurde im Zuge der Straßenarbeiten auf den heutigen Standplatz versetzt. Bei der Renovierung 1973 festigte Josef Scheidl den Sockel im unteren Teil und stützte den Eichenholzpfahl auf der Rückseite. Früher wurde das Marterl von Aloisia Reikersdorfer gepflegt, nach der Grundzusammenlegung im Jahr 2000 hat diesen Dienst Familie Danzer- Gschöpf übernommen.

"Pestsäule" Sandsteinpfeiler in Scherbling[4]


 Besitzer: Fam. Schmid, Scherbling 19, 3364 Neuhofen
Inschrift:"Dreieiniger Gott, wir bitten dich, schenke allen Sündern die Gnade ihrer Bekehrung. Vater unser. Ave Maria. Ehre sei Gott. Mein Jesus Barmherzigkeit. Herz Maria sei meine Rettung. Gelobt sein Jesus Christus in Ewigkeit. Amen. Renoviert 1964 A. u. K. Schmid."
(Alois und Katharina Schmid)

Kurzbeschreibung:  Tabernakelpfeiler aus Sandstein mit Darstellung der hl. Dreifaltigkeit, der hl. Notburga und des hl. Alois mit Gebetsinschrift.
Der Sandsteinpfeiler erinnert wahrscheinlich an die Pestzeit, auch die nahe Kirche in Wallmersdorf (Nr. 135) wurde im Gedenken an sie erbaut. Der Pfeiler befindet sich versteckt im Gebüsch unmittelbar hinter dem Ziegelmarterl an der Straße beim Haus. Früher führte der Weg von Scherbling nach Wallmersdorf an der Säule vorbei. Einem Bauern aus Wallmersdorf gingen einmal die Rösser durch und stießen an das Marterl. Dabei wurde es etwas verschoben und stand schief. Beim Sturm 1990 drückte ein entwurzelter Baum das Sandsteinmarterl um, und es zerbrach. Seither ist die Säule verkürzt. Vor dem ursprünglichen Marterl errichtete Johann Schmid ein neues Ziegelmarterl. Es lohnt sich, einen Blick hinter das vordere Marterl zu werfen, wo die eigentliche KOstbarkeit versteckt ist.

Einzelnachweise

  • [1] Öllinger, Monika, Zeichen am Weg. Besinnliche Stätten und ihre Geschichten in und um Neuhofen an der Ybbs, 2002.
  • [2] Öllinger, Monika, Zeichen am Weg. Besinnliche Stätten und ihre Geschichten in und um Neuhofen an der Ybbs, 2002.
  • [3] Öllinger, Monika, Zeichen am Weg. Besinnliche Stätten und ihre Geschichten in und um Neuhofen an der Ybbs, 2002.
  • [4]Öllinger, Monika, Zeichen am Weg. Besinnliche Stätten und ihre Geschichten in und um Neuhofen an der Ybbs, 2002.