Bäcker- Kreuz

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Standort: Öffentlicher Grund ( H 8), Kindergarten Neustadtl
Kurzbeschreibung: An der Umzäunung des Kindergartens steht der schlanke Granitpfeiler des Bäcker- Kreuzes, obenauf der tabernakelförmige Kopf mit der Steinkugel. Das Andachtsbild zeigt den Gekreuzigten und die beiden Assistenzpersonen. Die Inschrift ist leider unleserlich. M. Fasching, Ortsrichter und Bäcker, hat das Kreuz 1664 bei seinem Acker aufstellen lassen. 1834 wurde es hierher an die "Pfarrhof-Planken" versetzt. Der Pfarrhofgarten (Geländestufe!) war von einer Planke umgeben. Auf einem ehemaligen Teil des Pfarrhofgartens wurde das Kindergartengebäude errichtet; Eröffnung 1977. Beim Bäcker- Kreuz versammeln sich die Leute zur Palmprozession. Es versammeln sich hier auch die Erstkommunionkinder und deren Eltern zum "Kirchzug". Bei Schlechtwetter startet deren Kirchenzug im Pfarrsaal.

 Giefer- (Girfer) Bildbaum

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 Besitzer: Fam. Barth
Standort: Berg 32, 3323 Neustadtl/ Donau
Kurzbeschreibung:
 1514 stifteten der Wegner, der Girfer, der Osberger (Dorfperger) und der Schachinger der "Frauenzech" an der Jakobskirche zu Neustadtl eine Wiese (Pfarrarchiv Neustadtl). Der Bildbaum, ein gut 300 Jahre alter Birnbaumveteran, Stammumfang in Brusthöhe weit über 4m, ist ein altes Baumheiligtum auf der Girfer Höhe, hoch über der Straße nach Freyenstein. Die Rastbank bietet ein gewaltiges Alpenpanorama vom Schneeberg bis zum Traunstein. An einem mächtigen Ast hängt das von Glas und Holz geschützte alte Andachtsbild, ein Herz- Jesu-Bild.

Judenhofer- Kreuz der Fam. Dammerer

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Besitzer: Fam. Dammerer
Standort: Berghof 1, 3323
Kurzbeschreibung: 1483 "Judnhof" (Weigl, Ortsnamenbuch)
Wie das doppelquerbalkige Eisenkreuz obenauf verrät, angeblich ein Pestkreuz. Der steinerne Kopf trägt als blecherne Andachtsbilder Darstellungen der Dreifaltigkeit, der Schmerzensmutter (Pieta) und des von einem (Schutz-?)Engel assistierten Florian (eine eher seltene Darstellung). Von Windhag her lief einst ein Kirchensteig über Judenhof und Zeitlhof bzw. Maiberg und Giefer auf Neustadtl zu.

Neustadtler Georgssäule

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Besitzer: Pfarre Neustadtl
Standort: Friedhof, 3323 Neustadtl
Kurzbeschreibung:
Legende hl. Georg (Reiter- und Bauernpatron) „Georg habe im römischen Heer gedient, als ein Drache sein türkisches Heimatland bedrohte. Als das Ungeheuer auch Menschenopfer gefordert habe, soll das Los auf die Königstochter gefallen sein, die im Brautkleid ihren Opfergang antrat. Da habe Georg vom Pferd aus den Drachen angegriffen und mit einer Lanze getötet.“
Frühbarocker Figurenpfeiler – Mitte 17. Jh. (vormals vielleicht ein Kreuz zur Orientierung) am Friedhof Neustadtl an der Donau; 12 m hohes Georgs-Kreuz mit krönender Reiterfigur; die beiden Assistenzfiguren: Maria und Johannes
Weitere Informationen:
Artikel von Dr. Heimo Cerny "Das Neustadtler Georgs-Kreuz. Multifunktionale Bildsäule auf uraltem Andachtsplatz."
Cerny_Neustadler_Georgs-Kreuz_4-1992.pdf?

Leonhardi- Kreuz (Bernhardner- Kreuz)

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Besitzer: Fam. Naderer
Standort: Bernhard 25, 3323 Neustadtl/ Donau
Inschrift:
Kurzbeschreibung: Hoch über der Straße nach Nabegg steht, behütet von Thujen (Lebensbäumen), das steinerne Mal. Ein Andachtsbild zeigt den Bauern- und Viehpatron Leonhard. Nach dem bekannten Viehpatron und Bauernheiligen hat man in Österreich ein gutes Dutzend Ortschaften benannt, allein drei davon in Niederösterreich; eine am Horner Wald, eine südlich von Melk, eine bei Waidhofen/ Y. Leonhardikirchen und -brunnen wurden einst mit Ketten umgürtet (vgl. z.B. Brunnen von St.Leonhard am Horner Wald und Kirche von St.Leonhard im Kärntner Lavanttal, in welcher wir gut 700 Jahre alte gotische Glastafeln sehen). In manchen Gemeinden werden in der ersten Novemberhälfte zu Ehren des bekannten Viehpatrons Leonhardiritte veranstaltet.
In der Nähe schaut der "Panoramastein" von der südlichen  Lehne des Brommerkogels aus in die Lande: Hier der Altvater Ötscher, schräg davor der kirchentragende Sonntagberg, dort im Osten der ferne Schneeberg, am Horizont die Gipfel des Hochschwabs und des an eiszeitlichen Funden und an Felsbildern reichen Warschenecks, und im Westen der Eckzahn des Traunsteines. Unweit vom Leonhardikreuz befindet sich das sagenbehaftete Teufelsbrünnlein. Von diesem Brünnlein wurde in einem dünnen Bleirohr bis in die 1950-er Jahre (Neustadtler Wasserleitungsbau) Wasser bis zum Bäcker und Wirt (Jakobstraße 16) geleitet.

Arbesberger- Kreuz

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Besitzer: Fam. Reikersdorfer
Standort: Windpassing 3
Kurzbeschreibung: 1321 "Arwaizperch" (HHSTA, Urkundensammlung)
In Fortsetzung der Ötscherblickstraße kommt man bald zu diesem Kreuz. Über einem Sockel erhebt sich eine schlanke Steinsäule. Am Tabernakel zwei Blechbilder: Dreifaltigkeit und Schmerzensmutter. Das eiserne Doppelkreuz obenauf soll an Pestzeiten erinnern. In Pest- und Seuchenzeiten boten damals weder Medizin noch Religion den geplagten Leuten, welche zudem häufig infolge von Hunger und Fehlernährung geschwächt waren, Erleichterung und Hoffnung. Dies tat der Wnter, der Ratten und Flöhe dezimierte und so die Pest einschränkte. Hygiene war damals nahezu gänzlich unbekannt. Die Pfarraufzeichnungen erzählen, dass in Neustadtl bereits um 1600 ein Wundarzt tätig war.

Einzelnachweise



  • [1] Gassner-Dammerer Leopold, Kriener Karl, Religiöse Kleindenkmäler in der Gemeinde Neustadl an der Donau.
  • [2]Gassner-Dammerer Leopold, Kriener Karl, Religiöse Kleindenkmäler in der Gemeinde Neustadl an der Donau.
  • [3] Gassner-Dammerer Leopold, Kriener Karl, Religiöse Kleindenkmäler in der Gemeinde Neustadl an der Donau.
  • [4]Cerny Heimo, Überlacker Franz, Die Moststraße. Zwischen Donaustrand und Alpenrand, St. Pölten 2006.)
  • [5]Gassner-Dammerer Leopold, Kriener Karl, Religiöse Kleindenkmäler in der Gemeinde Neustadl an der Donau.
  • [6] Gassner-Dammerer Leopold, Kriener Karl, Religiöse Kleindenkmäler in der Gemeinde Neustadl an der Donau.